feuerba
 
   
 
  Kleiner geschichtlicher Rückblick
 

Von Gerhard Zeeb

 

 
Feuerbach wurde im Jahr 1075 in den Hirsauer Annalen erstmals schriftlich erwähnt. Darin wird der Ort als Biberbach bezeichnet. Im Laufe der Zeit wandelt sich der Ortsname über Fuerbach letztlich zu Feuerbach. Das Feuerbach-Wappen, das 1907 anlässlich der Stadterhebung gestaltet wurde, nimmt Bezug auf den ursprünglichen Namen.

Im Stadtwappen findet sich ein weiterer Bezug auf die Geschichte des Ortes: Die strenge Teilung des Wappens in eine weiße und eine rote Hälfte geht zurück auf das staufische silber-rote Wappen der Herren von Frauenberg. Sie herrschten vom 13. bis zum 15. Jahrhundert als Feudalherren über das Gebiet von Feuerbach, Botnang und Zazenhausen. Sie errichteten in Feuerbach die erste Kelter und die erste Mühle am Mühlwasen. Die Ära der Frauenberger endete 1481 mit dem Verkauf der letzten Besitztümer an die Grafen von Württemberg.

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war Feuerbach eine beschauliche Bauern-, Weingärtner- und Steinbrechergemeinde von ca. 2.700 Einwohnern, mit dem größten Viehbestand im Stuttgarter Raum.

Durch den Bau der ersten württembergischen Eisenbahn von Stuttgart über Feuerbach nach Ludwigsburg (1846) begann sich das Leben jedoch zu ändern. Durch die Nähe zur Residenzstadt und begünstigt durch die nahe Eisenbahntrasse, nahm die Industrie Einzug in Feuerbach.

1864 wurde als erster großer Betrieb die Chininfabrik Jobst angesiedelt, bis zum Jahrhundertende über 50 weitere Firmen und 1910 die Firma Robert Bosch, ein bis heute weltweit agierendes Unternehmen. Die Einwohnerzahl stieg bis 1907 auf über 12.000. Neben der evangelischen Kirche entstanden 1895 eine katholische Kirchengemeinde und in den folgenden Jahren freikirchliche Gemeinden.

Am 15. März 1907 wurde Feuerbach zur Stadt erhoben. Schultheiß Wilhelm Geiger wurde zum Stadtschultheiß und ab 1923 zum Oberbürgermeister. Feuerbach hatte so viele Arbeitsplätze wie Einwohner und verfügte mit 21 km Streckenlänge über das längste Güterverkehrsnetz Württembergs.

Noch heute zeugen zahlreiche Bauwerke in Feuerbach vom wirtschaftlichen Erfolg der Gemeinde. Stolz leistete man sich in Feuerbach ein stattliches Rathaus (1909), einen neuen Bahnhof (1909) eine stattliche Festhalle und repräsentative Schulbauten wie das Leibniz-Gymnasium (1912) und die Bismarckschule.

Seit 1926 verband bereits eine eigene Straßenbahnlinie Feuerbach mit Weilimdorf und Gerlingen. 1929 schloss sich Weilimdorf durch Bürgerabstimmung der Stadt Feuerbach an.

Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten wurde die eigenständige Entwicklung der Gemeinde handstreichartig abgebrochen. Der Gemeinderat wurde aufgelöst, der Oberbürgermeister Wilhelm Geiger durch einen NS-Staatskommissar ersetzt. Am 1. Mai 1933 folgte die Zwangseingemeindung Feuerbachs nach Stuttgart.Während des Weltkriegs wurde Feuerbach schwer durch Bombenangriffe der Alliierten getroffen. 804 Bürger starben als Soldaten, als zivile Opfer oder durch Verfolgung des NS Regimes.

Der Wiederaufbau kam nach 1945 Schritt für Schritt in Gang. 1950 hatten die Feuerbacher ihr Rathaus und den Bahnhof wieder instand gesetzt. Der Aufbau der Schulen und des Krankenhauses dauerte jedoch noch etliche Jahre und auch die Notwohnungen und Provisorien, in denen viele lebten, verschwanden erst nach und nach aus dem Stadtbild.

Auch die Industrie begann wieder zu wachsen. In den folgenden Jahrzehnten wandelte sich das Bild Feuerbachs erneut. Neubauten, ebenso wie Umnutzungen brachliegender Industrieflächen bestimmen bis heute den Charakter der Gemeinde. 1964 wurde das Stadtbad gebaut, es folgte der Ausbau der Stadtbahn (bis 1990), der Bau des B295-Tunnels (bis 1994), der Ausbau der Stuttgarter Straße und die Neubebauung des Roser-Areals (bis 2002).

Zu Beginn des Jahres 2014 hat Feuerbach rund 28.000 Einwohner und beherbergt mehr als 34.000 Arbeitsplätze.

Januar 2014

Gerhard Zeeb
 
 
 
 
 
 
   
 

                                            

                                           
 
 
     
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